1277     2012
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Döschütz  

Historie - Geschichten - Entwicklung 

Die erstmalige Erwähnung unseres Ortes erfolgte in einer Urkunde.

Im Jahre 1205 wurde durch Markgraf Dietrich von Meißen das Kloster Sankt Afra zu Meißen als Burglehn das Augustiner Chorherrenstift gegründet. Als Lehen erhielten die Chorherren Didiswitz und weitere 20 Dörfer als zinspflichtige Vasallen.

Der Kirchenzehnt wurde den Dörfer nach ihrer größe auferlegt. Jeder 1 0.Teil der Ernte und das Viehbestandes mußte dem Kloster Sankt Afra abgegeben werden. Über die Höhe der Zinspflicht wird im Jahre 1406 berichtet: 9 Schock Gerste, 4 '/2 Schock Weizen, 11 Hühner, 1 '/2 Schock Eier und 7 Groschen ( Geld) sind abzugeben.

Die Dorfgründung liegt aber weit vor dieser Zeit, nur wann ist leider nicht nachweisbar. Da wir nicht weit entfernt vom Kloster und Weinanbaugebiet Seußlitz sind und Döschütz dem Kloster unterstellt und zinspflichtig war, wurde möglicherweise auch in unserem Ort Wein angebaut, was vermutlich durch die Rebe im Ortssiegel zum Ausdruck kommt.

Seit über 800 Jahre leben Menschen an diesem Ort, die hier ihre Häuser bauten, Felder bestellten, Familien gründeten, Freude und Leid erfuhren. Es gab Höhen und Tiefen, und manchmal standen unsere Vorfahren nach schweren Schicksalsschlägen ( z.B. Pest, Krieg, Naturkatastrophen ) vor dem „Nichts". Zuletzt unsere Eltern und Großeltern nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Aber es mußte weiter gehen und sie haben es im Vertrauen auf Gott und durch Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft immer wieder ihr Schicksal gemeistert. Es ist hohe Zeit, dieses gebührend zu würdigen und zu freiem.

Mit der Wende 1989/90 ergab sich die Notwendigkeit, die landwirtschaftliche Produktion der freien Marktwirtschaft anzupassen. Jeder Eigentümer konnte wieder über sein Grund und Boden selbst entscheiden. Die LPG waren mit Gesetzeskraft aufzulösen oder in eine andere Rechtsform umzuwandeln.

1.April 1991 wird die „Blatterslebener Agrarprodukte GmbH„ als Toch­tergesellschaft der „Meißner Agrarprodukte Aktiengesellschaft" gegründet. Damit erfolgt die Rückführung der von der LPG ( Pflanzenproduktion ) bewirtschafteten Flächen.

Im Juni 91 tritt die LPG Blattersleben aus der Aktiengesellschaft aus und wandelt sich im November 1991 in die „Agrargenossenschaft Blattersleben e.G." um. Die Agrargenossenschaft ist ein Gemischbetrieb mit Tier- und Pflanzenproduktion.

Die Flächen der Betriebe Driller und Leuteritz ( Fehrmann ) werden wieder privat bewirtschaftet.

Döschütz ist einer von 22 Ortsteilen der Gemeinde Priestewitz. Es liegt 500 m von Zottewitz und 1,5 km von Diesbar-Seußlitz entfernt, im Süd-Westen des Kreises Riesa-Großenhain. In vergangener Zeit hatte sicher auch die Nähe zum berühmten Handelsweg „Hohe Straße" Bedeutung für den Ort. Die „Hohe Straße" oder „Alte Salzstraße" führte von Leipzig, bei Merschwitz durch die Elbe, über Großenhain nach Görlitz und weiter nach Breslau. Die Döschützer Flur umfasst 172 ha. Große Teile dieser Flur gehören zur Kmehlen­Wantewitzer Lößschwelle. Diese Lößschwelle ist ein Ausläufer der Lommatzscher Pflege, der hier bis über die Elbe reicht.

In seiner Form kann Döschütz den Gassendörfern zugeordnet werden. Die zu den Höfen gehörenden Fluren bezeichnet man als Gewanne.

Der Ortsname ist slawischen Ursprungs. Eine Deutung des Namens ist schwierig! Im Slawischen heißt „ded" oder „dzedus" Großvater bzw. Großväterchen. In den vergangenen Jahrhunderten hat der Ortsname Veränderungen durchlaufen:

1205 Didiswitz, Didiscuitz                                                 
1316 Deschwitz
1334 Deswitz
1378 Deswicz, Deschwicz 
1406 Deschewicz 
1539 Deschitz 

1540 Teschitz 
1551 Desschytz 
1567 Thesich 
1600 Deschitz 
1631 Döschitz 
1825 Deschütz 
2005 Döschütz.

Die Einwohnerzahl von 49 (Stand:31.12.04) ist wohl eine der niedrigsten in den letzten 200 Jahren Döschützer Geschichte. Sonst pendelte die Zahl immer zwischen 60 und 90 Personen. Nur 1946 bildete da eine Ausnahme! Durch die Auswirkungen des 2. Weltkrieges hatten die Döschützer Vertriebene und Flüchtlinge aufgenommen. Die Bevölkerungszahl war auf 100 angestiegen. Im Vergleich dazu: 1939 59 Einwohner!

Döschütz wird heute der Kirchgemeinde Diesbar-Seußlitz/Merschwitz zugeordnet. Diese Gemeinde wurde 2002 gebildet. Vor 1540 gehörte der Ort zur Kirche Strießen, danach zur Kirche Merschwitz und nach 1555 nach Seußlitz.

Abschließend sei noch erwähnt, dass Döschütz 164 m über dem Meeresspiegel liegt. 

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