1277     2012
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Döschütz  

Historie und Geschichten in den Kriegen 

Krieg, Leid und Elend in unserer Gegend

Im Jahre 1429 wurde durch die Hussiten das Seußlitzer Kloster zerstört. Auch Döschütz wurde dabei von den plündernden Heeren heimgesucht. 200 Jahre später war der Dreißigjährige Krieg und unsere Gegend wurde von den Schweden belagert.

Etwa 100 Jahre später ( 1756 - 1763 ) war der siebenjährige Krieg, der wieder­um nicht spurlos an unserem Ort vorüber ging. Plünderungen und Zerstörung der Bauernhöfe waren nicht seitens.

In der Zeit von 1914 bis 1918 war der 1. Weltkrieg. Deutschland stand mächtigen Feinden gegenüber. Von denen vollständig eingeschlossen, wurde Deutschland, nach heldenhaften Kämpfen, Hunger und Rohstoffmangel gezwungen den Friedensvertrag diktatorisch in Versailles zu unterzeichnen. Auf dem Schlachtfeld an der Somme in Nordfrankreich ist der Offiziersanwärter Camillo Armin Richter gefallen.

Mit unserem wirtschaftlichen Leben ging es immer mehr bergab. Der Wert unseres Geldes fiel unaufhaltsam, es wurde alles teurer. Während der Inflation, die ihren Höhepunkt 1923 hatte, büßten die meisten Einwohner ihre Ersparnisse ein.

Viele Menschen hatten keine Beschäftigung mehr und kamen in die Arbeitslosigkeit. Mehrere Männer wurden zum Reichsarbeitsdienst bzw. zur Wehrmacht eingezogen.

Am 1.Sept. 1939 wurde von den Nazis der 2. Weltkrieg entfesselt. Viele junge Männer unserer Gemeinde dienten als Soldaten an der Ost oder Westfront und mußten die Leiden des Krieges ertragen oder kamen nicht wieder zurück. Dieser zweite Weltkrieg übertraf den ersten an Dauer, an Furchtbarkeit des Geschehens, an Ausmaß und Opfern wesentlich mehr. Gefangene aus vielen Ländern kamen hier her um die Männer, Söhne und Arbeitskräfte zu ersetzen die in den Krieg eingezogen wurden.

Im Laufe der Kriegszeit wurden die Deutschen Truppen ins Land zurück geschlagen. Es gab dann Tags und Nachts Fliegeralarm, und es kamen Bomber die Städte zu bombardierten. Tags kamen Tiefflieger die auf Mensch und Tier Schoßen. 1944/45 kamen Flüchtlingstrecks aus den Ostländern Schlesien, Ostpreußen und Pommern hier in der Gegend an.  

In der Nacht des 13. zu 14.Febr. 1945 brummten Bomber über unser Dorf. In mehreren aufeinander folgenden Angriffen legten 3450 britische und amerikanische Bomber die Stadt Dresden in Schutt und Asche. Den Feuerschein über Dresden konnte man bis hier sehen. Zuerst wurden sogenannte Christbäume, das waren Leuchtkörper, gesetzt. Später färbte sich der Himmel blutrot.

Die Ostfront kam immer näher. Am 24. April 45 kamen die ersten Sowjettruppen mit Pferdeplanwagen von Goltzscha aus nach Döschütz und Zottewitz. Bevor die Truppen beide Dörfer besetzt haben wurde mit Handfeuerwaffen geschossen um fest zustellen ob noch Deutsche Truppen im Ort sind.

Vom 24.4. bis 30.4. war Döschütz und Zottewitz von diesen Sowjettruppen besetzt. Auf dem Scheunentenne bei uns ( Schnelle ) waren Pferde eingestallt.

Am 1.Mai wurde von Deutschen Infanterie und SS-Truppen ein Gegenangriff aus der Richtung von Laubach unternommen, so das sich die Sowjet' s zurück ziehen mußten. Bei diesen Kampfhandlungen wurde die Feldscheune des Rittergutes Zottewitz in Brand geschossen und brande bis auf die Grundmauern nieder.

Daraufhin wurde den Einwohner ein Erlaß vom Ortsbauernführer und der Bürgermeister verkündet daß alle die Dörfer zu verlassen haben. Sie sollten möglichst alle über die Elbe mit ihren Gespannen. Einige, wie Grünberg' s, Thiele' ns, Schäfer' s und Schnelle' ns sind nach Radebeul (Kötzschenbroda ) mit ihren Treck gezogen.

Als am 8.Mai mit der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht vor dem Mächten der Antihitlerkoalition der Krieg zu Ende war, sind die geflüchteten Einwohner nach einigen Tagen wieder zurück gekommen. Zum Glück waren trotz Granatwerfer Einschüsse keine großen Schäden an den Grundstücken passiert. Der Anblick der Räumlichkeiten in den Wohnhäusern war nicht angenehm. Türen und Schränke waren aufgebrochen, vieles zerstört, zerschlagen oder geplündert wurden.

Nach dem Waffenstillstand und Kriegsschluss am 8.Mai 45 kehrten so nach und nach unsere Soldaten aus dem Krieg und Gefangenschaft langsam in die Heimat zurück.

Bedauerlicherweise hat es aber auch Opfer aus unserem Ort gegeben. So sind auf den Schlachtfelder geblieben:

Grünberg Erhard in Rußland gefallen

Grünberg Georg in Rußland gefallen

Henker Arndt seit 1943 in Frankreich vermißt

Richter Wanno seit 1944 im Mittelabschnitt der russischen Front vermißt

Schumann Kurt im Juni 1944 in der Normandi gefallen

Bei der Zivilbevölkerung gab es durch Kriegswirkungen folgenden Verlust:

Henker Bernhard         am 26.4.45 von Russen erschossen

am 27.5.45 auf dem Friedhof Seußlitz beigesetzt

 

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