Krieg, Leid und Elend in unserer Gegend Im Jahre 1429
wurde durch die Hussiten das Seußlitzer Kloster zerstört. Auch Döschütz
wurde dabei von den plündernden Heeren heimgesucht. 200 Jahre später war der
Dreißigjährige Krieg und unsere Gegend wurde von den Schweden belagert. Etwa 100 Jahre
später ( 1756 - 1763
) war der siebenjährige Krieg, der wiederum nicht spurlos an unserem
Ort vorüber ging. Plünderungen und Zerstörung der Bauernhöfe waren nicht
seitens. In der Zeit von 1914 bis 1918 war der
1. Weltkrieg. Deutschland stand mächtigen Feinden gegenüber. Von denen vollständig
eingeschlossen, wurde Deutschland, nach heldenhaften Kämpfen, Hunger und
Rohstoffmangel gezwungen den Friedensvertrag diktatorisch in Versailles zu
unterzeichnen. Auf dem Schlachtfeld an der Somme in Nordfrankreich ist der
Offiziersanwärter Camillo Armin Richter
gefallen. Mit unserem wirtschaftlichen Leben ging es immer mehr bergab.
Der Wert unseres Geldes fiel unaufhaltsam,
es wurde alles teurer. Während der Inflation, die ihren Höhepunkt 1923 hatte, büßten die meisten Einwohner ihre
Ersparnisse ein. Viele Menschen
hatten keine Beschäftigung mehr und kamen in die Arbeitslosigkeit. Mehrere Männer
wurden zum Reichsarbeitsdienst bzw. zur Wehrmacht eingezogen. Am 1.Sept. 1939 wurde von den Nazis der 2.
Weltkrieg entfesselt. Viele junge Männer unserer
Gemeinde dienten als Soldaten an der Ost oder Westfront und mußten die Leiden des Krieges ertragen oder kamen nicht wieder
zurück. Dieser zweite Weltkrieg übertraf den ersten an
Dauer, an Furchtbarkeit des Geschehens, an Ausmaß und Opfern wesentlich mehr.
Gefangene aus vielen Ländern kamen hier her um die Männer, Söhne und
Arbeitskräfte zu ersetzen die in den Krieg eingezogen wurden. Im Laufe der
Kriegszeit wurden die Deutschen Truppen ins Land zurück geschlagen. Es gab dann
Tags und Nachts Fliegeralarm, und es kamen Bomber die Städte zu bombardierten. Tags kamen Tiefflieger die auf
Mensch und Tier Schoßen. 1944/45 kamen Flüchtlingstrecks
aus den Ostländern Schlesien, Ostpreußen und Pommern hier in der Gegend an. In der Nacht des 13. zu 14.Febr. 1945
brummten Bomber über unser Dorf. In mehreren
aufeinander folgenden Angriffen legten 3450 britische und amerikanische
Bomber die Stadt Dresden in Schutt und Asche. Den Feuerschein über Dresden
konnte man bis hier sehen. Zuerst wurden sogenannte Christbäume,
das waren Leuchtkörper, gesetzt. Später färbte sich der Himmel blutrot. Die Ostfront kam immer näher. Am 24. April 45 kamen die ersten
Sowjettruppen mit Pferdeplanwagen von Goltzscha aus nach
Döschütz und Zottewitz. Bevor die Truppen beide Dörfer
besetzt haben wurde mit Handfeuerwaffen geschossen um fest
zustellen ob noch Deutsche Truppen im Ort sind. Vom 24.4. bis 30.4. war Döschütz und Zottewitz von diesen
Sowjettruppen besetzt. Auf dem Scheunentenne bei uns (
Schnelle ) waren
Pferde eingestallt. Am 1.Mai wurde
von Deutschen Infanterie und SS-Truppen ein Gegenangriff aus der Richtung von Laubach unternommen, so das sich die
Sowjet' s zurück ziehen mußten. Bei diesen Kampfhandlungen wurde die
Feldscheune des Rittergutes Zottewitz in
Brand geschossen und brande bis auf die Grundmauern nieder. Daraufhin
wurde den Einwohner ein Erlaß vom Ortsbauernführer und der Bürgermeister verkündet
daß alle die Dörfer zu verlassen haben. Sie sollten möglichst
alle über die Elbe mit ihren Gespannen. Einige, wie Grünberg' s, Thiele'
ns, Schäfer' s und Schnelle' ns sind nach Radebeul (Kötzschenbroda )
mit ihren Treck gezogen. Als
am 8.Mai mit der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation der deutschen
Wehrmacht vor dem Mächten der Antihitlerkoalition der Krieg zu Ende war, sind die geflüchteten Einwohner nach einigen Tagen wieder zurück
gekommen. Zum Glück waren trotz Granatwerfer Einschüsse keine großen
Schäden an den Grundstücken passiert. Der Anblick der Räumlichkeiten in den
Wohnhäusern war nicht angenehm. Türen und Schränke waren aufgebrochen, vieles
zerstört, zerschlagen oder geplündert wurden. Nach dem Waffenstillstand und Kriegsschluss am 8.Mai 45 kehrten
so nach und nach unsere Soldaten aus dem Krieg und Gefangenschaft langsam in die
Heimat zurück. Bedauerlicherweise hat es aber auch
Opfer aus unserem Ort gegeben. So sind auf den Schlachtfelder geblieben: Grünberg Erhard in Rußland
gefallen Grünberg Georg in
Rußland gefallen Henker Arndt
seit 1943
in Frankreich vermißt Richter Wanno seit 1944 im Mittelabschnitt der russischen Front vermißt Schumann Kurt im Juni 1944 in der Normandi gefallen Bei der Zivilbevölkerung gab es durch Kriegswirkungen
folgenden Verlust: Henker Bernhard
am 26.4.45 von Russen erschossen am 27.5.45 auf dem Friedhof Seußlitz beigesetzt |