1277     2010
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Das Schloß gründet auf den Grundmauern eines Herrensitzes der erstmals 1277 genannt wurde. Der Schloßbau selbst erfolgte wahrscheinlich bis 1673. Dies war aus dem Schlußstein über der Gerichtsstube zu entnehmen. 

Die erste Ansiedlung ist jedoch noch viel früher als die erste urkundliche Erwähnung von 1277, davon zeugen jedenfalls die Umfassungsmauern mit den vier Eckbastionen die das Gut umgaben. 

Es ist heute nicht mehr eindeutig fest zu stellen, was auf diesem Platz des Schlosses und vor dem Herrensitz als erste Siedlung gestanden hat. Denn der erste Name von Zottewitz lautete " Zoutitz - und ist eindeutig auf eine slawische Besiedlung zu schließen.
 Schloßansicht

Das Schloß war ein dreistöckiger, länglich, rechteckiger Bau mit einem Turm auf der mittleren Vorderfront. Im Gebäude führten noch zwei schmale Wendeltreppen nach oben. Das Haupteingangsportal befand sich im vorgelagerten Turm und war mit halbrunden, Sandsteinbogen eingefaßt. Im Schloß waren untergebracht eine Gerichtsstube, zwei Säle, Wohnräume, Salons, Kammern für Bedienstete und Küche. Die die Turmspitze krönte eine goldene Kugel die Dokumente enthielt, darauf eine Wetterfahne die weithin in der Gegend sichtbar war.  Die Jahreszahl auf der Wetterfahne 1673 deutet wahrscheinlich auf die Beendigung des Schloßbaues hin. Die bronzene Turmglocke wird noch im Kreismuseum Großenhain aufbewahrt.

 


Folgend dazu ein Zitat aus : Bau und Kunstdenkmäler v. Cornelius Gurlitt, Dresden, 1913

Das auf einer Anhöhe gelegene Schloß ist ein 50 m langer schmaler Bau von 16 Fenster Front und drei Obergeschossen. Der Mitte der Südseite ist ein Treppenturm vorgelagert. Im Innern sind noch zwei weitere Wendeltreppen angeordnet. Der von der einen Treppe nach dem großen Mittelraum führende Durchgang wurde erst in der Mitte des 19. Jh. durchgebrochen. 

Der örtlichen Überlieferung nach wurde die westliche Hälfte, die vier kleinere, durch einen Gang auf der Rückseite verbundene Zimmer aufweist, später angebaut. Jedoch sind die Fenster in den Obergeschossen und die Türe im Erdgeschoß durchaus einheitlich ausgebildet, erstere gekuppelt und mit vielleicht im 18. Jh. angeputzten Ohren und Schlußstein über dem Mittelpfosten sowie gefasten Gewänden, die Rundbogentore abwechselnd mit Bossen und Spiegelquader gequadert. Ein älterer Rest könnte der durch die außergewöhnliche Mauerstärke auffallende Mittelteil sein. Das Äußere ist sonst schlicht. Das Dach ist als steiles Walmdach gebildet. Der Turm hat aufgeputzte Ortstein. Oben eine Sonnenuhr. Das Erdgeschoß ist mit Kreuzgewölben überdeckt. Es enthält außer Keller- und Wirtschaftsräume die alte Gerichtsstube, die einen eine Wage haltenden Engel und einen Wandschrank aufweist.


Das Tor im Treppenturm trägt auf dem Schlußstein auf einer Kartusche das Wappen derer von Schleinitz. Rechts ein Quader, wohl von Bubenhand bez.: MS 165 ...

Die Fensternischen sind im Stichbogen überwölbt. Die mehr oder wenig einfachen Stuckdecken der Obergeschosse stammen aus dem Anfang des 18. Jh. Der Gang hat eine einfache Balkendecke. Die Wetterfahne auf dem Treppenturm zeigt einen anscheinend nach rückwärts gewendeten Reiter auf einem springenden stierartigen Tier. Mit der Jahreszahl 1637, die wohl die Beendigung des Schloßbaues angibt. Auf dem Schonstein im Dachgeschoß ist in großer Schrift aufgemalt die Inschrift:

Dieses Haus hatt/Meister Andreas/Jonig ..... zu/gebö ....ahre 1736.

Auf einer Postkarte Anfang des 19. Jahrhunderts.

Klick für großes Bild !" Vom Schloß blieb nur die bronzene Turmglocke "

Zottewitz - eine Gemeinde südwestlich im 
Kreis Großenhain

..... Im Hintergrund rechts liegt im Blickfeld das ehemalige Schloß, das unverständlicherweise leider 1948/49 in Etappen abgerissen und zum Teil gesprengt wurde; danach wurde darauf eine Neubauernstelle erbaut. Bis zu diesem Zeitpunkt war es unter anderem auch Auslagerungsort der Dresdner Kunstsammlungen gewesen. Es war ein 50 Meter langer, schmaler, äußerlich schlichter Bau von drei Obergeschossen mit steilem Walmdach und einer 16 Fensterfront. In der Mitte der Südseite war vorgelagert der weit sichtbare Treppenturm. Die Jahreszahl auf der Wetterfahne 1673 deutet wahrscheinlich auf die Beendigung des Schloßbaues hin. Erhalten geblieben ist von diesem Kulturdenkmal nur die bronzene Turmglocke, die in der gegenwärtigen Sonderausstellung des Kreismuseums "Der Kreis Großenhain im Spiegel der Postkarte" mit ausgestellt ist. Das Erdgeschoß war mit Kreuzgewölben versehen und diente als Keller sowie als Wirtschaftsräume. Gleichzeitig befand sich darin auch die alte Gerichtsstube. Dem Schloßbau südlich vorgelagert war das Rittergut, das in seiner Grundstruktur noch heute erhalten ist. ....."

Dietrich Heerde, Sächsische Zeitung, 14.06.1990

Das Schloß existiert heute nicht mehr! Die SMAD (sowjetische Militär Administration) erlässt den Befehl Nr.209 - Abbruch von Schlössern und Herrenhäusern in der SBZ (sowjetische Besatzungszone), unter anderem waren vorgesehen Baselitz, Skassa, Strießen, Zottewitz und Zschieschen. Abgerissen wurden Skassa und Zottewitz.

Heute uns immer noch unvorstellbar ! Zumal auch zum damaligen Zeitpunkt Umsiedler aus den verlorenen Ostteilen Deutschlands im Schloß untergebracht waren. Teilweise wurde das gewonnene Baumaterial aus der Schloßruine als Baumaterial für Neubauernhäuser in Zottewitz verwendet und die Einrichtungsgegenstände verschwanden in fremde Hände. Den 2.Weltkrieg bestand das Schloß ohne jeglichen Schaden, obwohl auch hier im Ort russische Soldaten stationiert waren  und kleine Kämpfe statt gefunden haben. Wenige Minuten nach dem Einzug der russischen Soldaten nach Zottewitz brannte eine Feldscheune am Ortsrand nieder, in der Requisiten der Semperoper in Dresden und Kunstschätze aus den Dresdner Kunstsammlungen aus Vorsichtsmaßnahmen wegen drohenden Bombenangriffen eingelagert waren. Unter anderem lag hier der schwere Samtvorhang der Semperoper. Auch wurden einige Bürger von Zottewitz beim Einmarsch der russischen Truppen erschossen. Doch die Häuser und das Schloß blieben heil. Trotzdem verkannte man den nutzen des Schlosses und riß es ab. Ein Schaden, der nicht wieder gut zu machen ist. Oder riß man das Schloß ab, um nicht wieder die alte Zeit und seine Herren wieder kommen zu lassen ? Wenn man nur an die Abgaben und Frohdienste denkt, die die Zottewitzer an das Gut leisten mußten, kann man es verstehen ! 

Heute steht auf dem Gelände des Schlosses ein Neubauernhaus was noch einen Teil des Schloßkellers unter sich hat und auch genutzt wird. Schön gezogene Kreuzgewölbe sind dort noch vorhanden. Zu geschütte Teile des Kellergewölbes, die mit Abrißschutt des Schlosses bis unter die Gewölbedecke gefüllt waren, wurden wieder durch den neuen Besitzer frei gelegt. Heute tagen dort die Ritter, von denn es in nächster Zeit noch mehr zu hören geben wird. ( .. man möge mir mein Schandmaul verzeihen!) 
Der andere Teil des Schloßkellers liegt hinter einem vermauerten Durchgang. Sicher wurde dieser jedoch beim Abriß mit Schutt zugeschüttet. Genaues weis man leider noch nicht. Leider wurde auch teilweise die Erweiterung des neuen Feuerwehrhauses über die Grundmauern des Schlossareals darüber gebaut. 
Rätselhaft und sagenumwoben bleibt auch ein unterirdische Verbindungsgang, der aus der Zeit stammen muß, als Zottewitz noch eine intakte Wehranlage besaß. Dieser soll das Schloß Zottewitz mit dem Schloß Hirschstein auf der anderen Elbseite verbunden haben und diente sicherlich dazu, beim fallen der Verteidigungsmauern, sich doch noch über den unterirdischen Gang in Sicherheit zu bringen. Die Eingänge sind verschüttet bzw. zugemauert. Jedoch stieß man ende der 80-ziger Jahre bei Schachtarbeiten für die neue Wasserleitung im Rittergutsgelände auf einen weiteres Kellergewölbe und einen Gang. Es war ein gemauertes Ziegelgewölbe, was mit sehr festen  Kalk vermauert wurde. Die Decke wurde durch ein kleines Loch geöffnet. Der Boden war mit Wasser bedeckt, die seitlichen Mauern waren aus Bruchsteinen gemauert. Es handelte sich offensichtlich um Speicherkeller. Diese sind wahrscheinlich vom Schloß oder den Speichergebäuden, (heute Wohnhaus) zugänglich gewesen.

Doch das vorhanden sein von tiefen, kühlen Kellerräumen läßt sich wieder mit der Geschichte von Zottewitz in Verbindung bringen und läßt wieder auf weiteres schließen. Zottewitz hatte im 18. Jahrhundert einen Weinanbau und man braute auch selbst sein Bier. Dafür brauchte man Lager und kühle Keller. Sicher wurden auch diese Keller ganz allgemein zur Bevorratung von Lebensmitteln genutzt. Jedoch läst sich Schlussfolgern, daß der Gang im Laufe der Jahre unter der Elbe sicherlich zusammen gebrochen ist. Eine Nachforschung von der Denkmalspflege würde hier Aufschluß bringen. 

Schloßteich

Leider existieren keine Aufnahmen von den Innenräumen sowie auch von der Hinterfront oder den Seitenansichten des Schlosses. Es sind weder in Archiven noch in Privatbesitz keine Bilder oder Fotodokumente bisher bekannt. Vielleicht wird hier durch diese Page jemand aufmerksam und kann einen Hinweis geben.

Hinter dem Schloß,  gab es einen kleinen Teich wo die herrschaftlichen Leute mit einem Boot zu Wasser gingen. Ein Bootsschuppen mit filigranen Holzsägearbeiten neben dem Schloß steht heute noch und wird als Schuppen noch genutzt. 


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