Döschützer öffnen ihre Höfe zum Fest Die 800-jährigen Ortjubiläum sind noch nicht vorbei. Neben
Diesbar-Seußlitz feiert im September Döschütz. Jens Schubert ist gern gesehen bei Dorf- und
historischen Festen. Denn der Döschützer hat einen Sammeltick.
Landwirtschaftliches Groß- und Kleingerät, bäuerliches Inventar - alles, was ihm
unter die Finger kommt und das frühere Leben auf dem Dorf veranschaulicht, holt
er sich auf seinen Dreiseitenhof. Hier hortet er es aber nicht für sich allein.
Der 30-Jährige ist daran interessiert, es vorzuführen und in Ausstellungen zu
zeigen. „Das Interesse dafür ist groß", hat er die Erfahrung gemacht. Bei Alten
wie Jungen. Für die einen ist es eine Rückkehr des Erlebten in ihrer Jugend. Für
die anderen ein Eintauchen in die Vergangenheit. „Da gibt es unter den älteren
Zuschauern manchmal richtig heiße Debatten, wenn wir zum Beispiel vorführen, wie
früher Getreide gedroschen wurde", erzählt Jens Schubert. „Jeder weiß es genau
und gibt Ratschläge. Aber wenn sie selbst ran sollen, kneifen sie." Der
Döschützer schmunzelt. Er kommt mit den Bauern gut klar, ist er doch selbst auf
dem Dorf aufgewachsen und mit dem ländlichen Leben eng verwurzelt. Zuweilen ist er allein in Sachen „Bäuerliches Hofleben von einst" unterwegs, meist aber mit Volkmar Münch und Gunter Kunze aus Blattersleben, Sammlern von altem Landwirtschaftsgerät wie er. „Wir drei haben uns zusammengetan und machen die Vorführungen gemeinsam" , sagt Jens Schubert. Bei der 800-Jahr-Feier in Diera waren sie mit ihren Maschinen im Festumzug dabei und haben ein Schaudreschen veranstaltet - das Stroh war im Jahr zuvor im Beisein vieler Schaulustiger gebindert und die Garben eingelagert worden. Sie gestalteten Bild 63 im Festumzug zur 800-Jahr-Feier von Großenhain mit. Und waren in Porschütz zur 800-Jahr-Feier mit von der Partie. Nach Diesbar-Seußlitz, das Ende September, Anfang Oktober sein 800-jähriges Bestehen feiert, sind sie ebenfalls eingeladen. Termin: 9. bis 11. September Ja, und dann steht den Döschützern in diesem Jahr noch ihr eigenes 800-jähriges Jubiläum ins Haus. Vom 9. bis 11. September wird gefeiert. Gemeinsam mit den Zottewitzern, die auch im Festkomitee vertreten sind. Jens Schubert mischt natürlich federführend mit. „Wir haben unser Dorffest mit dem Tag des Denkmals am 11. September verbunden und uns auch als Mitausrichter des Tages angemeldet, um möglichst viele Interessierte herzulocken", sagt er. Das Festkomitee hat ein Programm-Konzept erstellt. Und das ganze Dorf macht mit bei der Realisierung. Vieles wird sich auf der Festwiese samt Zelt am Ortsausgang in Richtung Seußlitz abspielen. Lampionumzug mit Lagerfeuer und Jugendtanz sind zum Auftakt am Freitag geplant. Am Sonnabend stehen Frühschoppen, Abholen der Schützenkönigin, Vogelschießen und Tanz auf dem Programm. Als Höhepunkt des Festes werden am Denkmals-Tag die Döschützer ihre Höfe öffnen. „Es sind sieben an der Zahl, und auf jedem Hof werden Ausstellungen und Aktivitäten jeweils unter einem bestimmten Thema stehen", gibt Jens Schubert schon mal einen Ausblick. So wird sich bei Leupolds alles um die Kartoffel drehen, im Hof Riedel alles ums Huhn, bei Höppchens alles um die Wäsche, im Hof Pfützner/Felchner alles um die Milch und im Hof Dietze, wo noch ein alter Backofen im Haus ist, alles ums Brot. Auf einem anderen sind Händler aus der Region mit einem Bauernmarkt präsent. „Herr Driller ist ein Holznarr", verrät Jens Schubert. Er wird diesen Werkstoff in den Mittelpunkt stellen. Fehrmanns, auf deren Hof sich mal eine Gaststätte befand, werden die noch vorhandenen Utensilien daraus zeigen. Jens Schubert wird auf seinem Hof u. a. den noch original erhaltenen Pferdestall öffnen und die Gesindekammer. Die Ortschronik wird präsentiert, und eine Fotoausstellung ist vorgesehen. Ein Rundgang soll durch die Höfe führen, der am Nachmittag bei Kaffee und Kuchen enden könnte. Und mit Kutschfahrten und Ponyreiten für die kleinen Besucher. „Die Leute ziehen alle voll mit", freut sich Jens Schubert. Und stecken voll in den Vorbereitungen. Daumendrücken für gutes Gelingen ist ihnen allen zu wünschen.
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